Während des vergangenen Quartals wurden zahlreiche Biotech-Unternehmen aufgekauft. Die wichtigste Ankündigung war das von Roche unterbreitete Übernahmegebot der noch ausstehenden 44% an Genentech für USD 47.3 Mrd. Genentechs Aktienkurs schoss nach dieser Ankündigung in die Höhe. Wir nutzten die Kurssteigerung und reduzierten unsere Beteiligung an Genentech deutlich.
Obwohl die unabhängigen Verwaltungsräte von Genentech das Roche-Angebot in einer ersten Reaktion als zu niedrig ablehnten, rechnen wir mit dem Vollzug der Transaktion.
Auch in Europa gab es mehrere Übernahmen, was für die Qualität der übernommenen Unternehmen spricht. Unser deutsches Portfoliounternehmen Jerini wurde von Shire aufgekauft. Der britische Pharmakonzern zahlte einen Aufschlag von 199% zum Durchschnittskurs der Jerini-Aktie während der vorangegangenen drei Monate.
Zuvor hatte Jerini die Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA für ihr Medikament Firazyr zur Behandlung akuter Attacken des angeborenen Angioödems (HAE) erhalten.
Mit der britischen Biotech-Gesellschaft Acambis wurde ein weiteres unserer Portfoliounternehmen übernommen. Käufer war in diesem Fall der französische Pharmakonzern Sanofi. Der Aufschlag belief sich auf 65% gegenüber dem Durchschnittskurs der Aktie während der vorangegangenen zwei Monate. Acambis entwickelt innovative Impfstoffe gegen gefährliche Infektionskrankheiten.
Allerdings mussten während des vergangenen Quartals auch Rückschläge hingenommen werden. Unser Portfoliounternehmen Elan präsentierte die Ergebnisse einer Phase-II-Studie des Antikörpers Bapineuzumab zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Die Resultate verfehlten die hohen Erwartungen, die an das Medikament geknüpft waren. Trotzdem sind wir zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren grosse Fortschritte bei der Alzheimer-Behandlung gelingen werden.
Biogen Idec und Elan mussten zwei weitere Fälle progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) bei der Bandlung von Multiple Sklerosis-Patienten mit dem Arzneimittel Tysabri bekannt geben. Die Erkrankten befinden sich zwar auf dem Weg der Besserung, aber die Aktien beider Unternehmen erlitten nach Bekanntwerden dieser Nebenwirkungen deutliche Kursverluste. Wir sind nach wie vor von dem klinischen Profil Tysabris überzeugt und rechnen weiterhin mit einem grossen wirtschaftlichen Erfolg des Medikaments. Nach dem Kursrückgang erhöhten wir unsere Position in Biogen Idec deutlich.
Infolge der Finanzmarktkrise sind Biotech-Aktien derzeit sehr niedrig bewertet. Die Geschäftsmodelle der meisten unserer Beteiligungen bleiben von den Turbulenzen jedoch unberührt, da es sich um Firmen mit soliden Bilanzen und starkem Cash-flow handelt. Zudem werden Biotech-Unternehmen für Pharmakonzerne immer attraktiver, da Letztere unter steigendem Druck stehen, ihre Produktpalette durch Kollaborationen oder Akquisitionen zu erweitern. Wir können zwar nicht beurteilen, wie lange die Finanzkrise noch anhält, sind aber zuversichtlich, dass Biotech in den kommenden Jahren zu den Gewinnern zählen wird.




